Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit zwischen Risiko, Unsicherheit und Ungewissheit – eine professionstheoretische Deutung

Professionelles Handeln von Sozialarbeitenden ist wie das Handeln von anderen Professionen (z.B. Ärzt:Innen und Psychotherapeut:Innen) mit einem Technologiedefizit versehen. In den Professionalisierungsdiskursen der Sozialen Arbeit wird die fehlende Vorhersehbarkeit der Wirkungen der professionellen Arbeit der Praktiker:Innen dadurch beschrieben, dass professionelles Handeln mit Risiko, Unsicherheit und Ungewissheit behaftet charakterisiert wird, wobei die Begriffe häufig synonym verwendet„Professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit zwischen Risiko, Unsicherheit und Ungewissheit – eine professionstheoretische Deutung“ weiterlesen

Profession und Organisation – Theorieprobleme der Sozialen Arbeit

Wissenschaft und Forschung der Sozialen Arbeit hegen ein schwieriges Verhältnis zu den Organisationen Sozialer Arbeit. Das ist insofern überraschend, da 90 % der Beschäftigten der Sozialen Arbeit in Organisationen tätig sind (Wöhrle 2016). Trotz dieses Umstandes werden Organisationen in der Forschung zumeist weiterhin oftmals als Gegenspieler und Verhinderer professionellen Handelns analysiert (vgl. Büchner 2018: 32„Profession und Organisation – Theorieprobleme der Sozialen Arbeit“ weiterlesen

Trigger, Trigger, Trigger – Arbeit mit hochstrittigen Eltern und Paaren

In den Hilfen zur Erziehung haben Praktiker:Innen regelmäßig mit hochstrittigen Eltern zu tun. Es wird beispielsweise um Sorgerecht gestritten, die Unfähigkeit zur Erziehung des anderen Elternteils beklagt, wüste Beschimpfungen ausgetauscht u.v.m.. Eltern und Paare explodieren förmlich miteinander. Hat sich diese Dynamik über lange Zeit eingespielt, gerät potenziell jedes Beratungsgespräch zu einem Minenfeld, in dem ständig„Trigger, Trigger, Trigger – Arbeit mit hochstrittigen Eltern und Paaren“ weiterlesen

Notwendige Grenzen des Dialogs in der Sozialpädagogischen Kinderschutzarbeit

In den vergangenen 10 Jahren wurden umfangreiche Forschungen zum Kinderschutz in Deutschland durchgeführt und eine Vielzahl von Forschungsarbeiten publiziert (Ackermann 2012, 2021; Ader 2021; Bastian/Schrödter 2014; Biesel et al. 2019; Bode, Turba 2014; Bohrer, Franzheld 2015; Brandhorst 2015; Bühler-Niederberger et al. 2014; Franzheld 2017; Freres et al. 2019; Marks et al. 2018a; Pomey 2014; Pothmann,„Notwendige Grenzen des Dialogs in der Sozialpädagogischen Kinderschutzarbeit“ weiterlesen

Professionell mit der Schauseite von Familien in der Sozialen Arbeit umgehen

I. Spannungen und Widersprüche bei der professionellen Arbeit mit FamilienBurkhard Müller beschreibt professionelle Fallarbeit in der Sozialen Arbeit als die Gleichzeitigkeit von drei Arbeitsebenen: erstens die professionelle Einschätzung der konkreten Themen und Problemlagen von Klienten („Fall von“), zweitens die professionelle Arbeit als persönliche und vertrauensvolle Beziehungstätigkeit innerhalb eines Arbeitsbündnisses („Fall mit“), drittens Eingebundenheit des Falles„Professionell mit der Schauseite von Familien in der Sozialen Arbeit umgehen“ weiterlesen

„Sie machen ja schon wieder Urlaub“

Heute in der Supervisionssitzung wurde von einer Kollegin ein Thema eingebracht, dass alle Professionellen im Beratungs- und Therapiekontext kennen. Ein Klient macht eine eher negativ konnotierte Bemerkung über den Urlaub des Beraters oder Therapeuten. Eine solche Bemerkung kann in verschiedenen Formen daher kommen. Etwa als flapsig, provokative Bemerkung „Sie machen ja schon wieder Urlaub“, oder„„Sie machen ja schon wieder Urlaub““ weiterlesen

Tatort und die Würde des Subjekts nach Niklas Luhmann

„Je deutlicher man die Eigenart von Kommunikation als Modus der Herstellung von Einheit erkennt, desto zwingender wird eine systemtheoretische Trennung von Bewusstseinssystemen und kommunikativen Systemen. Zwischen Bewusstsein und Kommunikation gibt es natürlich tiefgreifende Abhängigkeiten. Dies sind aber nur, wenn man so sagen darf, ökologische Beziehungen. Der Fortgang von Gedanke zu Gedanken und der Fortgang von„Tatort und die Würde des Subjekts nach Niklas Luhmann“ weiterlesen

Alltagssexismus und kommunikationspraktische Interventionen

In einem sehenswerten Videobeitrag von Doccupy schildern verschiedene Politikerinnen ihre Erfahrungen zur Rolle ihres Geschlechts im politischen Arbeitsalltag des Bundestages. Gestandene Berufspolitikerinnnen wie Katja Kipping berichten darin, wie männliche Kollegen Argumente mit Schmeicheleien über Ohrringe kommentieren, von der kompetenten, gut aussehen Fraktionsvorsitzenden sprechen oder Kolleginnen einen Platz im Ausschuss für Soziales wegen ihrer Mutterrolle vorschlagen.„Alltagssexismus und kommunikationspraktische Interventionen“ weiterlesen

Wenn Montag Dienstag ist…

8.04 Uhr. Frau S. kommt zügig zur Tür herein. Sie ist knapp fünf Minuten zu spät. Eine zarte Note von kaltem Rauch zieht zu mir herüber. Die Augen von Frau S. sind rot. Sie wirkt müde.„Alles ok? Hatten Sie einen schlechten Tag in die Woche?“„Ja, hatte ick. Hab einfach wenig geschlafen. Naja, es is ja„Wenn Montag Dienstag ist…“ weiterlesen

Das Sozialamt soll wieder Deutsche Heimat werden. Anlässlich der feierlichen Vereidigung von Horst Seehofer zum Heimatsminister

Heute der erste Besuch im Sozialamt. Ich dachte immer das Jobcenter, z.B. in Neukölln sei schon heftig, mit all diesen Dramen von Menschen am Existenzlimit. Aber das Sozialamt ist zweifellos ein noch trostloserer Ort. Überall Kranke und Alte, Kranke und Alte, Kranke und Alte, mit und ohne Migrationshintergrund. Eine explosive Mischung, deren Zündschnur das Hauen„Das Sozialamt soll wieder Deutsche Heimat werden. Anlässlich der feierlichen Vereidigung von Horst Seehofer zum Heimatsminister“ weiterlesen