Sozialarbeitende haben nach Fritz Schütze wie andere Professionen die praktische Aufgabe allgemeines Fach- und Professionswissen auf konkrete Fälle von Klienten mit einer individuellen Lebensgeschichte anzuwenden (Schütze 1992: 148). Das Vorhandensein bestimmter Fallkriterien ist jedoch nicht selbstevident und muss am konkreten Fall gewonnen werden. Das etwa Jugendliche bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen sind, Vernachlässigung in der„Inobhutnahme (ION) 2030: Professionalisierungsbedarfe von ION-Einrichtungen vor dem Hintergrund eines belasteten Kinder- und Jugendhilfesystems Beitragsserie Teil 1: Professionelles Handeln als Typisierung und Einzelfallorientierung“ weiterlesen
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Inobhutnahme (ION) 2030: Professionalisierungsbedarfe von ION-Einrichtungen vor dem Hintergrund eines belasteten Kinder- und Jugendhilfesystems – Beitragsserie: Einführung
Insbesondere der zunehmende Fachkräftemangel in Verbindung mit der Verschärfung von sozialen und psychischen Problemlagen bei Kindern und Jugendlichen stellt die Kinder- und Jugendhilfe in den nächsten Jahren vor gravierende Herausforderungen. Obwohl die Bedarfe von Kindern und Jugendlichen den Ausbau und die Erweiterung von Angeboten erfordern, können bestehende Angebote schon jetzt teilweise nur schwer aufrechterhalten werden,„Inobhutnahme (ION) 2030: Professionalisierungsbedarfe von ION-Einrichtungen vor dem Hintergrund eines belasteten Kinder- und Jugendhilfesystems – Beitragsserie: Einführung“ weiterlesen
Warum das Relativismusproblem des Radikalkonstruktivismus für die Soziologische Systemtheorie kein Problem ist
Gitta Peyn hat kürzlich auf LinkedIn einen Post mit Überlegungen zum Relativismusproblem des Konstruktivismus, wie es in der verbreiteten Aussage „Jeder hat seine eigene Wirklichkeit“ zum Ausdruck kommt, verfasst. Eine Vielzahl von Kommentatoren diskutierten unter diesem Thread ihre Verständnisse der Konstruktionskonzeptionen des Konstruktivismus. Besonders interessant ist dabei z.B. die Diskussion zwischen Klaus Eidenschrink und Fritz„Warum das Relativismusproblem des Radikalkonstruktivismus für die Soziologische Systemtheorie kein Problem ist“ weiterlesen
Struktur- und Prozessorientierung in der Systemischen Fallarbeitspraxis
Die soziologische Systemtheorie im Anschluss an Niklas Luhmann ist grundlegend prozess- und strukturorientiert angelegt. Sie untersucht und beschreibt das Verhältnis von operativer Aktivität, Strukturbildung, Reproduktion und Anpassung Sozialer Systeme unterschiedlicher Abstraktion und Komplexität. Die Überwindung des Gegensatzes von Struktur und Prozess charakterisiert eine Besonderheit und spezielle analytische Stärke, auch in empirisch-gegenstandsbezogener Hinsicht. Systemtheorie interessiert sich„Struktur- und Prozessorientierung in der Systemischen Fallarbeitspraxis“ weiterlesen
Familienerziehung – eine weitere Annäherung
Matthias Euteneuer (Euteneuer 2018: 290) definiert die moderne Familienerziehung entlang von vier Merkmalen: exofamiliale Existenzsicherung, Privatisierung, Pädagogisierung und Intimisierung. Die exofamiliale Existenzsicherung und die gleichzeitige Privatisierung der modernen Familien impliziert die relative Autonomie familiärer Binnenkommunikation gegenüber der gesellschaftlichen Umwelt bei gleichzeitiger Abhängigkeit von gesellschaftlichem Erwerbssystem und Ökonomie. Für das Erziehungshandeln von Eltern gegenüber Kindern sind„Familienerziehung – eine weitere Annäherung„ weiterlesen
Was ist Familienerziehung? Eine Annäherung
Für die Praxis der fallbezogenen Kinder- und Jugendhilfe ist die fachliche Auseinandersetzung mit erzieherischen Problemlagen in Familien eine Selbstverständlichkeit. Erziehungsprobleme in Familien müssen von professionellen Fachkräften eingeschätzt werden und in Hilfeplänen ist die „Stärkung der Erziehungskompetenz“ ein beliebtes Hilfeplanziel. Diese inhaltliche Fokussierung sozialpädagogischer Praxis auf elterliche Erziehung hat ihre rechtliche Grundlage in der Ausrichtung der„Was ist Familienerziehung? Eine Annäherung“ weiterlesen
Mini-Skizze einer Professionstheorie sozialpädagogischen Handelns im fallbezogenen Kinderschutz
Im Folgenden wird eine sehr kurze Skizze einer Professionstheorie sozialpädagogischen Handelns im fallbezogenen Kinderschutz vorgestellt. Die Skizze umfasst die drei Theoriekonzepte organisationsgebundene Professionalität, Professionalitätsmodi und notwendiges Expertenwissen. Die Theorieskizze will einerseits darlegen, dass entgegen des in der empirischen Forschung vermittelten Bildes einer desaströsen Kinderschutz-praxis, Bedingungen existieren, die eine erfolgreiche fallbezogene Kinderschutzarbeit ermöglichen. Andererseits soll angedeutet„Mini-Skizze einer Professionstheorie sozialpädagogischen Handelns im fallbezogenen Kinderschutz“ weiterlesen
Kurzüberblick Fallarbeit/Kasuistik
1. Was ist Kasuistik? Kasuistik fragt: „Was ist der Fall?“ und „Was steckt dahinter?“ Unterschiedliche Analyseperspektiven in Wissenschaft und Praxis Wissenschaft nutzt Fallanalysen, um allgemeines systematisches Wissen zu generieren, das wissenschaftliche Wahrheitskriterien erfüllt. Praxis nutzt Fallanalysen, um einzelne Fallmerkmale herauszuarbeiten und zu einer individuellen Falldeutung zu verdichten, die Lösungswege und Handlungsmöglichkeiten für die praktische Arbeit„Kurzüberblick Fallarbeit/Kasuistik“ weiterlesen
Grenzen von Qualitätsmanagement und die Stabilität von professioneller Autonomie in den Organisationen Sozialer Arbeit
Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit zielt auf die Erfassung, Beurteilung und Verbesserung der Leistungserbringung Sozialer Arbeit (Beckmann et al. 2007). Die Besonderheit der Leistungserbringung Sozialer Arbeit liegt dabei darin, dass sie eine interaktionsbasierte, gemeinsame Aktivität von Professionellen und Adressat:Innen ist, die durch Nicht-Standardisierbarkeit, Ko-Produktivität und Zukunftsoffenheit gekennzeichnet ist (Büchner 2015). Aufgrund dieser Leistungsmerkmale sind formalisierte„Grenzen von Qualitätsmanagement und die Stabilität von professioneller Autonomie in den Organisationen Sozialer Arbeit“ weiterlesen
Arbeitsbeziehungen und Arbeitsbündnisse mit Klient:Innen in der Sozialen Arbeit
Viele professionstheoretischen Debatten und Diskursen der Sozialen Arbeit in der Gegenwart konzeptualisieren Arbeitsbündnisse als zentrales Merkmal professionellen Handelns von Sozialarbeitenden (Busse, Ehlert 2016: 2 f.; Hörster 2021: 208; Müller 2016: 190 ff.; Wigger 2013). Unter Bezugnahme auf die Professionstheorien von Schütze (1992, 1996, 2021) und Oevermann (1996, 2008, 2013) wird professionelles Handeln dabei als intensive„Arbeitsbeziehungen und Arbeitsbündnisse mit Klient:Innen in der Sozialen Arbeit“ weiterlesen